IDEACTORYBACK TO RESULTS
06 / RESULTS · VERÄNDERN

Der Service funktionierte. Nur nicht als System.

Ein Störfall. Vier Abteilungen. Drei Systeme. Und ein Kunde, der eigentlich nur wissen wollte: Wann läuft meine Anlage wieder?

Für einen deutschen Hersteller automatisierter Verpackungs- und Förderanlagen haben wir den technischen Kundendienst nicht einfach digitalisiert. Wir haben ihn als zusammenhängendes Service-System neu gebaut – von der ersten Meldung bis zum abgeschlossenen Einsatz.

Unternehmen anonymisiert · identifizierende Details verändert
DER MOMENT

So sieht ein Systemproblem aus, wenn es sich als Alltag tarnt.

Keiner der Beteiligten arbeitete schlecht. Vertrieb, Serviceleitung, Disposition, Techniker und Ersatzteillager hatten jeweils ihre eigene Aufgabe im Griff. Das Problem entstand dazwischen.

„Der Kunde erlebt nicht unsere Abteilungen. Er erlebt einen Service.“
08:17
Die Anlage steht.

Beim Kunden zählt jede Minute. Intern startet gleichzeitig die Suche nach Zuständigkeit, Vertrag, Fehlerbild und Verfügbarkeit.

08:31
Zwei richtige Antworten widersprechen sich.

Vertrieb kennt den Kunden. Disposition kennt die Ressourcen. Beide optimieren sinnvoll – nur nicht gegen dieselbe Entscheidungslogik.

09:06
Der eigentliche Engpass ist sichtbar.

Nicht zu wenige Techniker. Nicht die Software. Sondern fehlende gemeinsame Regeln zwischen Kundenversprechen, Dringlichkeit, Qualifikation, Weg, Teil und Kapazität.

12:40
Der Einsatz ist endlich geklärt.

Bis dahin liefen Telefonate, Rückfragen, ERP-Suche, CRM-Notizen und eine private Excel-Liste parallel.

VORHER / SYSTEMBILD

Alles war digital. Nur nicht miteinander.

Das bestehende Setup hatte kein offensichtliches „kaputtes“ System. Es hatte mehrere funktionierende Systeme, zwischen denen Menschen permanent übersetzten.

  • Kundewartet auf eine Zusage
  • Dispositionsucht freie Ressourcen
  • ERPkennt Auftrag und Vertrag
  • Ersatzteileliegen im eigenen System
  • Technikkennt das Fehlerbild

Die Informationen sind vorhanden. Ihre Verbindung entsteht erst durch Rückfragen.

DEVELOPMENT / ARCHITEKTUR

Aus fünf Sichtweisen wurde eine gemeinsame Service-Logik.

END-TO-END

Ein Vorgang. Eine Logik.

Der neue Prozess startet nicht in einer Abteilung, sondern beim Kundenereignis – und endet erst, wenn die technische und kaufmännische Arbeit abgeschlossen ist.

MeldungProblem + Vertrag
→
QualifizierenFehler + Risiko
→
EntscheidenSLA + Ressource
→
EinsatzMensch + Teil
→
AbschlussDokument + Kunde
Entscheidungskriterium
P1
P2
P3
Produktionsstillstand
ja
teilweise
nein
SLA / Vertrag
4 h
24 h
72 h
Skill-Match
Pflicht
Pflicht
optimal
Teil verfügbar
vor Einsatz
prüfen
optional
SERVICE COCKPIT

Die Entscheidung bekommt eine Oberfläche.

Nicht noch ein System. Eine Arbeitsoberfläche, die vorhandene Daten dort zusammenführt, wo entschieden wird.

DISPATCH / WESTSYNCED
P1 · Plant StopDrive Unit / 68 km / Part ready
P2 · Sensor Fault23 km / Remote first
P3 · InspectionPlanned / Week 36
P2 · Error 4CSkill B / Part pending
ENTSCHEIDUNGPriorität und Vertrag
VORBEREITUNGTeile und Ressourcen
ÜBERGABEEin belastbarer Einsatz
WAS WIR GEBAUT HABEN

Nicht ein Tool. Ein funktionierendes Zusammenspiel.

01 / PROCESS

Service Operating Model

End-to-End-Prozess, Rollen, Entscheidungspunkte, Eskalationen und klare Übergaben.

  • Ereignis
  • Priorität
  • Einsatz
02 / LOGIC

Priorisierungsmatrix

Dringlichkeit entsteht aus Kundenwirkung, SLA, Technik, Qualifikation, Weg und Teilelage.

  • SLA
  • Risiko
  • Ressource
03 / INTERFACE

Service-Cockpit

Ein Arbeitsbild für Disposition und Serviceleitung statt fünf paralleler Informationsquellen.

  • Fall
  • Status
  • Nächster Schritt
04 / INTEGRATION

Systemschicht

CRM, ERP, Lagerbestand und Disposition liefern Daten in denselben Vorgang.

  • CRM
  • ERP
  • Disposition
05 / FIELD

Techniker-Flow

Mobile Einsatzinformation, Dokumentation und Rückmeldung ohne Medienbruch zurück in den Fall.

  • Information
  • Dokumentation
  • Rückmeldung
06 / CONTROL

Service-Dashboard

Offene Fälle, SLA-Risiken, First-Time-Fix und Engpässe werden steuerbar statt nachträglich berichtet.

  • Fälle
  • SLA
  • Engpässe
CONSTRUCTION

Dann wurde gebaut.

Die kreative Phase war vorbei. Ab hier zählte, ob der neue Service unter echten Bedingungen funktioniert.

BUILDArbeitsfähiger Kern

Prozesslogik, Cockpit und Schnittstellen zunächst für eine Pilotregion.

INTEGRATEBestehende Systeme

Keine Großmigration. Die vorhandene IT blieb – die fehlende Verbindung wurde gebaut.

TEST230 echte Fälle

Störfälle, geplante Einsätze, fehlende Teile und Ausnahmen liefen durch denselben Pilot.

DEPLOYRollout in vier Regionen

Regeln, Interface und Verantwortungen wurden gemeinsam ausgerollt und nachgeschärft.

RESULTS / PILOT

Die Zahlen waren gut. Die Ruhe im Raum war besser.

BESTÄTIGUNGSZEIT46 → 18 min

Median vom Eingang bis zur belastbaren ersten Kundenzusage.

INTERNE RÜCKFRAGEN−38 %

Telefonate und Statusnachfragen zwischen beteiligten Bereichen.

FIRST-TIME-FIX72 → 81 %

Pilotregion während der ersten zehn Wochen.

TEILEKLÄRUNG VOR EINSATZ54 → 87 %

Fälle mit geklärter Ersatzteillage vor der finalen Disposition.

„Früher habe ich für einen dringenden Fall drei Leute angerufen, bevor ich überhaupt planen konnte. Heute sehe ich zuerst, was ich wissen muss.“
Miriam* · Disposition
„Das Beste ist nicht die App. Das Beste ist, dass der Kunde nicht mehr drei verschiedene Antworten von uns bekommt.“
Thomas* · Serviceleitung
„Wenn ich losfahre, weiß ich jetzt häufiger schon, ob das Teil wirklich da ist. Klingt banal. Ist es nicht.“
Timo* · Servicetechnik

* Namen der zitierten Personen geändert.

IN CONTEXT / Serviceorganisation

Ein Service. Von der Meldung bis zum Einsatz.

Servicetechniker prüft eine geschützte Produktionsanlage mit einem Tablet.
Wenn eine Anlage steht, müssen Serviceentscheidung, Ersatzteile und Einsatzplanung zusammenpassen.
SYSTEM / Serviceorganisation

Aus Einzelwissen wird eine gemeinsame Entscheidung.

QUELLEN
  • KundeMeldung und Vertrag
  • ERPAuftrag und Anlagenbestand
  • ErsatzteileBestand und Verfügbarkeit
  • TechnikFehlerbild und Aufwand

Service-Cockpit

Ein Fall verbindet Kundenereignis, Priorität, Teilelage und verfügbare Ressourcen.

IN DER ARBEIT
  • DispositionEinsatz und Ressourcen
  • ServicetechnikVorbereiteter Auftrag
  • KundeBelastbare Zusage
  1. 01Meldung qualifizieren
  2. 02Priorität entscheiden
  3. 03Einsatz vorbereiten
  4. 04Rückmeldung verbinden
DER PUNKT

Wenn drei Systeme alles wissen und trotzdem jemand telefonieren muss, ist der Prozess noch nicht fertig.

Genau dort wird es für IDEACTORY interessant: an den Stellen, an denen Menschen, Abläufe, Struktur, Technologie und Gestaltung gemeinsam eine bessere Antwort brauchen.